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Mittwoch, 29. Dezember 2021

Triage im Paralleluniversum

Nach welchen Regeln die Triage erfolgen sollte, wurde von einer Sonderkommission festgelegt, die extra dafür ins Leben gerufen wurde. Diese Runde bestand aus einer bunten Mischung von Menschen. Es waren darunter folgende Berufe zu finden Ärzte, Bestatter, Chemielaboranten, Floristen, Gitarrenspieler, Hoteliers, Imker, Lehrer, Musiker, Polizisten, Sozialpädagogen und Rentner um nur einige zu nennen.  Die Idee war, dass man möglichst viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Berufen aus allen Lebenslagen mit an Bord holen wollte. Man versuchte das Durchschnittsalter abzubilden. Man suchte verheiratete und Singles aus. Alle Hautfarben, sowie die verschiedenen Religionen und sexuellen Ausrichtungen waren prozentual berücksichtigt. Eine kleine Firma die allerhand Statistiken erstellte, hatte das alles ausgerechnet und die Kandidaten ausgewählt. So waren nun 137 Leute in diese Kommission berufen worden. 137 Leute die eine Regel aufstellen sollten. Das klingt natürlich nach sehr vielen und man fragte sich schon nach dem Warum. Warum so viele?  Ein Ansatz war- außer den statistischen Gründen der genauen Abbildung der Bevölkerung- dass man so die Last der Entscheidung auf mehrere Schultern verteilen konnte. Denn die Frage, die die eine Regel beantworten sollte, lautete nun mal: Wer darf überleben?  Wenn es mehr Patienten als Überlebensmaschinen gibt. Wenn schließt man an und wen nicht. Ein Arzt sollte die Regeln befolgen, damit er die richtige Entscheidung treffen kann und nachher nicht verklagt werden kann. Das der Entscheider nachher immer noch sein Gewissen im Nacken hat, davon könnte wohl keine Regel der Welt befreien. Die Triage Regelung sollte eine Rangfolge festlegen, die dann der Entscheider abarbeiten könnte. Doch die Bewertung der Rangfolge wurde lange diskutiert kam aber zu einem überraschenden Ergebnis. Nicht Alter oder Vorerkrankungen sollten in die Bewertung einfließen. Keine statistischen Berechnungen über die Überlebenswahrscheinlichkeit sollte über die anstehenden Behandlung entscheiden. Nein. Es sollt ein bisher nicht berücksichtigter Faktor von nun an alles entscheiden. Ein neu erstellter Fragebogen sollte von den Patienten ausgefüllt werden um deren Glücksfaktor zu ermitteln. Wie glücklich ein Mensch war sollte nun das entscheidende Kriterium sein. Die Diskussionen in der Kommission waren anstrengend und ermüdend. Viele Teilnehmer waren zermürbt und mit den Nerven am Ende, als endlich jemand den Vorschlag mit der Glücksskala machte. Erster Rang: Wie glücklich sind Sie auf einer Skala von 1-10? 10 ist sehr glücklich.  Zweiter Rang: Wie viel haben Sie selbst für Ihr Glück getan? 1-10. 10 ist alles erdenklich mögliche. 1 ist nichts. Dritter Rang: Wie viele Menschen haben sie in den letzten 12 Monaten glücklich gemacht? Die Kommission geht davon aus, das glückliche Menschen gerne leben und anderen helfen glücklich zu sein. Sollte die Welt nicht glücklicher werden? Wäre jetzt nicht die Möglichkeit die Weichen zu stellen? Ist die Regel moralisch? Die Menschen waren überrascht, aber je öfter man darüber nachdachte so verständlicher wurde einem die Überlegung. Auch weil alle anderen Möglichkeiten immer einen Nachteil hatten. Doch was würde diese Regel wert sein, wenn der Patient lügt?  Der Gedanke kam früh auf. Aber da wir in einem Paralleluniversum leben gibt es eine Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden. Aber vielleicht gibt es diese Maschine auch in anderen Paralleluniversen.  Sie funktioniert relativ einfach: Ein Sensor vermisst die Lachfalten und vergleicht diese mit den Schmunzelmuskeln. Selbst wer noch nie davon gehört hat, kann sich ausmalen, das diese beim Schmunzeln aktiv werden. Wer viel schmunzelt, benutzt diesen Muskel öfter, das Ergebnis liegt auf der Hand und kann so den Fragebogen sinnvoll ergänzen. Die Lügner bekamen im ersten Rang eine 1. Das verschlechterte ihre eigene Lage und verbesserte die Lage der Ehrlichen, selbst wenn diese nur 2, 3, oder 4 im ersten Rang angegeben hatten. Kurzum die Reichen und Mächtigen der Welt begannen nun ihr Geld für Kurse zum Glücklichsein auszugeben. Doch zuerst wurden dadurch die Kursleiter glücklich. Dann gaben die Kursleiter hilfreiche Tipps und erklärten, dass man selber glücklicher wird wenn man andere glücklicher macht. Da kann durch Trinkgelder, Lohnerhöhung aber auch durch nette Gesten, Worte und Komplimente erreicht werden. Die Sonderkommission hatte damit etwas erreicht, was bisher nicht funktioniert hatte. Die Umverteilung von oben nach unten ohne finanzielle Anreize. Die Menschen insgesamt glücklicher zu machen ohne Zwang und ohne Druck. Egal wie man über die Sonderkommission und deren Regeln denken mochte, sie hatte mehr bewegt als man ihr zugetraut hatte, denn ein bisher nicht beachteter Nebeneffekt erstaunte die Wissenschaftler. Glücklichere Menschen haben nachweisbar höhere Abwehrkräfte. Die eine unbeantwortete Frage dieser Geschichte muss noch geklärt werden. Die Menschen fragten sich, wer aus der Kommission hatte den diese Idee?  Dazu wurde lange nichts bekannt und das ist ja auch gut so, um die Menschen nicht in Schubladen einzuteilen (Religion, Hautfarbe und der ganze Quatsch) . Irgendwann aber ließ die Kommission wissen, dass die Person eine ungewöhnliche Eintragung bei "Beschäftigung" vorgenommen hatte: Träumer*in.

 

 


 

 was hat eine Triangle mit einer Triage zu tun?

Nun

wenn Du Dir die 3 Seiten ansiehst,

 stellst Du fest das sie sehr gleich sind,

weil es sich um ein gleichseitiges Dreieck handelt.

Wenn also nun der Schlägel ausholt ...

(der heißt wirklich so) 

...

 

Machen wir es kurz:

Es kann jeden treffen.

 

Ding Ding Dong Dong

 

 


 

Donnerstag, 28. November 2013

Ri ta lin

>>>>
jeder zehnte Junge in Deutschland ist krank.
Zu wild und zu laut.
Er testet ständig Grenzen.
 Er kann in der Schule nicht stillsitzen, ist ungeduldig, kann sich nicht konzentrieren, er wird wütend und aggressiv.
 Er stört.
Er provoziert, obwohl er es nicht will, er fühlt sich missverstanden.
 Er bekommt schlechte Noten.
 Er ist schwierig und anstrengend für Eltern und Lehrer, so schwierig, dass er irgendwann beim Kinderarzt sitzt und die Diagnose bekommt:
ADHS, das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom.
Dann ist der Junge nicht mehr schwierig,
 sondern krank.

Für ein schwieriges Kind gibt es Gründe:
 überforderte Eltern, eine kaputte Familie, unfähige Lehrer, zu viel Computerspiele und zu wenig Kletterbäume.
Wenn ein schwieriges Kind für krank erklärt wird, braucht sich niemand verantwortlich zu fühlen:
 Krankheiten können genetisch veranlagt sein oder Schicksal oder beides.
 Keiner kann etwas dafür.
 Nicht der Junge, nicht Eltern, nicht Lehrer, nicht Umstände.
 Wer krank ist, bekommt Medizin.
Eine Pille, die gesund macht.
 Für die wilden Jungs gibt es eine Pille,
die sie still und aufmerksam macht:
 Ritalin.
<<<<<<<<<<<
Dieser Text ist leider nicht von mir sondern der FAZ entnommen :


Ritalin gegen ADHS

  Wo die wilden Kerle wohnten 

 von Christiane Hoffmann

von der Unmöglichkeit die Füße still zu halten


Freitag, 13. September 2013

walk like ...

Auf dem Zahnfleisch gehen

Denke ich mir so
Du gehst schon auf dem Zahnfleisch
was heißt das eigentlich ?
Füße verbraucht
der Rest sowieso
auf den Kauleisten
über den Bodden schrubbeln
das ist auf dem Zahnfleisch gehen
so fühlt es sich an
Nicht mehr den Arm zur Anklage erheben können
keinem mehr den Stinkefinger zeigen können
keine abwehrende Handbewegung alá
"Stop ! Ich kann nicht mehr"
Die Unterlippe nur noch blutige Fetzen
die über den Bordstein schleifen.
Ja. So sieht es aus :
Ich krieche auf dem Zahnfleisch.

Mein Zahnarzt schlägt Alarm
aber die anderen Ärzte haben mich schon aufgegeben
Dabei sollte man nie aufgeben
auch nicht wenn man auf dem Zahnfleisch kriecht.

Der liebe Gott gibt einem nicht mehr Last zu tragen
als man tragen kann.

Mal sehen was der Arzt sagt,
wenn ich es noch so weit schaffe.

Manchmal reicht eine kleine Blume



Montag, 17. Dezember 2012

Der Wendepunkt

Manchmal kann man nachher nicht mehr sagen, wann das alles angefangen hat. Ob es ein schleichender Prozess war der das Leben auf den Kopf stellte, oder ob es wirklich einen Moment gab, der einfach alles änderte und somit rückblickend als Wendepunkt im Lebenslauf eingetragen werden kann.

Er war verunsichert, wie immer wenn er beim Arzt war. Ärzte und Krankenhäuser - davor hatte er einen Heidenrespekt. Dieser Geruch. Diese Förmlichkeit. Ein Ort wo Lachen verboten schien.Dort wo eine ernste Miene zum guten Ton gehörte. D a s  war nicht seine Welt und würde es nie werden.
Dies war der Punkt in dem er sich täuschte. Ärzte sollten ihn auf seinem Lebenseweg von nun an regelmäßig begleiten.
Der Neurologe hatte einige Tests mit ihm  durchgeführt und nun sollte er in einen Apparat steigen und seine metallischen Gegenstände abgeben, die das Messergebnis beeinflussen könnten.
Dies war der Wendepunkt.
Obwohl er und der Arzt wussten, daß er eine unheilbaren Krankheit in sich trug, die durch Alkohol ausgelöst wurde, hatte er sich noch nicht vom Alkohol verabschieden können.

Die Diagnose war schon einige Wochen her, aber  er mochte die Konsequenz des Ergebnisses nicht.

Er dursuchte seine Taschen und brachte Schlüssel, Münzen und eben auch zwei Kronkorken einer bekannten Biersorte zum Vorschein, die er nun dem Arzt überreichte.
Der Arzt suchte den Blickkontakt, konnte ihn aber nicht herstellen. 
An diesem Vormittag in einer Arztpraxis in der Vorstadt hatte es nun "klick" gemacht.
Klick Klick.
Der Arzt schien die Kronkorken mit Qui-Jong-Kugel zu verwechseln, was die Situation insgesamt aber nicht entspannter werden liess.
Klick Klick.
Es war zwar nur ein leises Klick, aber es war metallisch und der Kneipengeruch der dem Geräusch anhaftete war nicht einfach so abzuschütteln. Es würde schwierig werden seinem Leben einen neuen Mittelpunkt zu geben.

spätestens da war die Sache klar



Freitag, 23. November 2012

Nichts

Nichts.
Der Arzt findet nichts.
Scheisse,
ich bin kerngesund.
Wie soll ich das bloß aushalten ?

Wenn die Lösung nicht hier ist, ist sie vielleicht woanders