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Montag, 31. Juli 2023

Fabelhaft: Der Trainer

Seit einiger Zeit hatte ich einen neuen Job.

Ich war Trainer einer bekannten Mannschaft im Profifussball.

Gut, nicht erste Liga aber doch relativ bekannt. 

Natürlich war ich auch nicht Chef- sondern nur Co-Trainer. 

Nach einigen Monaten meiner Tätigkeit kommt jemand zu mir.

Er wirkte nicht sportlich -nicht nur wegen der Clogs.

Er betrachtete mich und erzählte mir stolz,

dass er früher diesen Verein als Cheftrainer geführt habe.

Aha, soso... ich schweige. 

Das ist besser, bevor ich was Dummes sage.

Dies übernimmt der andere.

"Weißt Du, was ich mich frage....?"

ein wortloses Nein mit starrem Blick geformt hält ihn am Reden. 

"Diese Netze an den Toren... braucht man die wirklich?"

Ich starre auf den Boden. Peinlich berührt. 

Genug Selbstbeherrschung um nicht zu Lachen. 

Doch sein Blick haftet an mir.

Eine Antwort wird erwartet.

 Ich stottere von wegen, wenn dann mal ein Tor erzielt wird, 

muss halt keiner den Ball holen gehen.

Nach seinem Blick bin ich jetzt der Idiot.


 


Mittwoch, 29. Dezember 2021

Triage im Paralleluniversum

Nach welchen Regeln die Triage erfolgen sollte, wurde von einer Sonderkommission festgelegt, die extra dafür ins Leben gerufen wurde. Diese Runde bestand aus einer bunten Mischung von Menschen. Es waren darunter folgende Berufe zu finden Ärzte, Bestatter, Chemielaboranten, Floristen, Gitarrenspieler, Hoteliers, Imker, Lehrer, Musiker, Polizisten, Sozialpädagogen und Rentner um nur einige zu nennen.  Die Idee war, dass man möglichst viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Berufen aus allen Lebenslagen mit an Bord holen wollte. Man versuchte das Durchschnittsalter abzubilden. Man suchte verheiratete und Singles aus. Alle Hautfarben, sowie die verschiedenen Religionen und sexuellen Ausrichtungen waren prozentual berücksichtigt. Eine kleine Firma die allerhand Statistiken erstellte, hatte das alles ausgerechnet und die Kandidaten ausgewählt. So waren nun 137 Leute in diese Kommission berufen worden. 137 Leute die eine Regel aufstellen sollten. Das klingt natürlich nach sehr vielen und man fragte sich schon nach dem Warum. Warum so viele?  Ein Ansatz war- außer den statistischen Gründen der genauen Abbildung der Bevölkerung- dass man so die Last der Entscheidung auf mehrere Schultern verteilen konnte. Denn die Frage, die die eine Regel beantworten sollte, lautete nun mal: Wer darf überleben?  Wenn es mehr Patienten als Überlebensmaschinen gibt. Wenn schließt man an und wen nicht. Ein Arzt sollte die Regeln befolgen, damit er die richtige Entscheidung treffen kann und nachher nicht verklagt werden kann. Das der Entscheider nachher immer noch sein Gewissen im Nacken hat, davon könnte wohl keine Regel der Welt befreien. Die Triage Regelung sollte eine Rangfolge festlegen, die dann der Entscheider abarbeiten könnte. Doch die Bewertung der Rangfolge wurde lange diskutiert kam aber zu einem überraschenden Ergebnis. Nicht Alter oder Vorerkrankungen sollten in die Bewertung einfließen. Keine statistischen Berechnungen über die Überlebenswahrscheinlichkeit sollte über die anstehenden Behandlung entscheiden. Nein. Es sollt ein bisher nicht berücksichtigter Faktor von nun an alles entscheiden. Ein neu erstellter Fragebogen sollte von den Patienten ausgefüllt werden um deren Glücksfaktor zu ermitteln. Wie glücklich ein Mensch war sollte nun das entscheidende Kriterium sein. Die Diskussionen in der Kommission waren anstrengend und ermüdend. Viele Teilnehmer waren zermürbt und mit den Nerven am Ende, als endlich jemand den Vorschlag mit der Glücksskala machte. Erster Rang: Wie glücklich sind Sie auf einer Skala von 1-10? 10 ist sehr glücklich.  Zweiter Rang: Wie viel haben Sie selbst für Ihr Glück getan? 1-10. 10 ist alles erdenklich mögliche. 1 ist nichts. Dritter Rang: Wie viele Menschen haben sie in den letzten 12 Monaten glücklich gemacht? Die Kommission geht davon aus, das glückliche Menschen gerne leben und anderen helfen glücklich zu sein. Sollte die Welt nicht glücklicher werden? Wäre jetzt nicht die Möglichkeit die Weichen zu stellen? Ist die Regel moralisch? Die Menschen waren überrascht, aber je öfter man darüber nachdachte so verständlicher wurde einem die Überlegung. Auch weil alle anderen Möglichkeiten immer einen Nachteil hatten. Doch was würde diese Regel wert sein, wenn der Patient lügt?  Der Gedanke kam früh auf. Aber da wir in einem Paralleluniversum leben gibt es eine Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden. Aber vielleicht gibt es diese Maschine auch in anderen Paralleluniversen.  Sie funktioniert relativ einfach: Ein Sensor vermisst die Lachfalten und vergleicht diese mit den Schmunzelmuskeln. Selbst wer noch nie davon gehört hat, kann sich ausmalen, das diese beim Schmunzeln aktiv werden. Wer viel schmunzelt, benutzt diesen Muskel öfter, das Ergebnis liegt auf der Hand und kann so den Fragebogen sinnvoll ergänzen. Die Lügner bekamen im ersten Rang eine 1. Das verschlechterte ihre eigene Lage und verbesserte die Lage der Ehrlichen, selbst wenn diese nur 2, 3, oder 4 im ersten Rang angegeben hatten. Kurzum die Reichen und Mächtigen der Welt begannen nun ihr Geld für Kurse zum Glücklichsein auszugeben. Doch zuerst wurden dadurch die Kursleiter glücklich. Dann gaben die Kursleiter hilfreiche Tipps und erklärten, dass man selber glücklicher wird wenn man andere glücklicher macht. Da kann durch Trinkgelder, Lohnerhöhung aber auch durch nette Gesten, Worte und Komplimente erreicht werden. Die Sonderkommission hatte damit etwas erreicht, was bisher nicht funktioniert hatte. Die Umverteilung von oben nach unten ohne finanzielle Anreize. Die Menschen insgesamt glücklicher zu machen ohne Zwang und ohne Druck. Egal wie man über die Sonderkommission und deren Regeln denken mochte, sie hatte mehr bewegt als man ihr zugetraut hatte, denn ein bisher nicht beachteter Nebeneffekt erstaunte die Wissenschaftler. Glücklichere Menschen haben nachweisbar höhere Abwehrkräfte. Die eine unbeantwortete Frage dieser Geschichte muss noch geklärt werden. Die Menschen fragten sich, wer aus der Kommission hatte den diese Idee?  Dazu wurde lange nichts bekannt und das ist ja auch gut so, um die Menschen nicht in Schubladen einzuteilen (Religion, Hautfarbe und der ganze Quatsch) . Irgendwann aber ließ die Kommission wissen, dass die Person eine ungewöhnliche Eintragung bei "Beschäftigung" vorgenommen hatte: Träumer*in.

 

 


 

 was hat eine Triangle mit einer Triage zu tun?

Nun

wenn Du Dir die 3 Seiten ansiehst,

 stellst Du fest das sie sehr gleich sind,

weil es sich um ein gleichseitiges Dreieck handelt.

Wenn also nun der Schlägel ausholt ...

(der heißt wirklich so) 

...

 

Machen wir es kurz:

Es kann jeden treffen.

 

Ding Ding Dong Dong

 

 


 

Donnerstag, 18. November 2021

Auflösungserscheinungsparanoia


 zum wiederholten Male strich er über seinen Arm.

Dann prüfte er seine Hand und 

untersuchte anschließend noch mal das Knie.

Nun begann er wieder von vorn. 

Zuerst der Arm. 

Es hatte vor langer Zeit angefangen mit leichten Schmerzen.

Dann stärkeren Schmerzen, Arztbesuche. 

Schmerztabletten.

Bewegungstherapie.

Das ganze Programm.  

Dann weniger Schmerzen,

aber ein komisches Gefühl. 

Da fehlte etwas im Arm.

Keine Ahnung was.

Aber da fehlte was. Eindeutig. 

Muskeln, Gewebe, Sehnen, Bänder, Knorpel, irgendwas.

Irgendwas fehlte.

Und der Arm war nur der Anfang.

Langsam aber sicher wurde er weniger.

HC löste sich auf. 

Da war er sich sicher.

Nichts würde die Auflösung seines Körpers stoppen können.

Die Lage war aussichtslos.

Nur beobachten wie man sich selber in Luft auflöst.

Nichts.

Nichts wird zurückbleiben.



Mittwoch, 13. April 2016

Alles ist möglich

Der alte Mann saß in der U-Bahn.
Er hatte einen Sitzplatz ergattert.
Der Platz neben ihm war frei.
Er fand, daß er meistens Pech mit seinen Sitznachbarn in der U-Bahn hatte.
Die einen zu Dick oder mit zu viel Gepäck.
Einge waren zu laut.
Aber meistens waren es die Gerüche der Mitfahrer die ihn störten.
Diesmal hatt er kein Pech,
dachte er zuerst als sich eine junge Frau neben ihn setzte.
Sie war ruhig, nicht zu dick
und sie roch sogar gut.
Hm, dachte der alte Mann,
wenn sie sich jetzt noch mit mir unterhalten würde.
Er hatte schließlich eine lange Fahrt vor sich
und ein bißchen Small-Talk würde die Fahrt verkürzen.
Doch die junge Frau spielte ein Spiel auf Ihrem Smartphone.
Sie hatte also Unterhaltung.
Der alte Mann nicht.
Er stierte ins nichts.
Dann geriet die U-Bahn in ein äußerst seltenes
"alles-ist-möglich-Zeit-Raum-Verschiebedingsbums"
 Der alte Mann saß in der U-Bahn.
Neben ihm die junge Frau.
Jetzt hatte sie  kein Smartphone.
Dafür starrte sie gerade aus.
Dann wandte sie sich an den alten Mann:
Wissen Sie, mir fehlt mein Smartphone.
Ich spiele so gerne. Es lenkt mich ab.
Besonders wenn der Arbeitstag stressig war
hilft es mir beim abschalten.
Beim Stressabbau. Ich mag die bunten Bildchen.
Es gibt mir eine tiefere innere Ruhe.
Nur ein Spielchen denke ich oft.
Dann höre ich nicht auf zu spielen
und verpasse auch schon mal meine Haltestelle.
Sie müssen wissen, dass mein smartphone in
Reparatur ist. Zuviel gespielt sagt mein Freund.
Wahrscheinlich sagt er das nur um mich zu ärgern.
Oder einfach weil er mehr Aufmerksamkeit einfordern will.
Aber ich glaub das ist nur so ein -ähm-
Schicksalsdings, damit ich nicht täglich spiele
und mich wieder mit meiner Umwelt auseinandersetze
mich mit fremden Menschen -
wie jetzt gerade mit Ihnen- unterhalte
und all so Sachen, die normale Leute angeblich machen.
Doofes Schicksalsdings.
ich vermisse mein smartphone sehr...
bla bla...
Bla Bla.
Der alte Mann stierte nun geradeaus
und wünscht es würde so was wie ein
Alles-ist-möglich-Zeit-Raum-Verschiebedings geben.




in irgendeiner Welt muss es fliegende Superhelden geben




Mittwoch, 24. Februar 2016

waiting room

"Waiting room"
FUGAZI

Über das Warum der Kürze und das Warten darauf etwas Kurzes zu lesen.


"Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte", 
begann Goethe einen Brief an seine Schwester,
 "dann wäre dieser Brief kürzer geworden." 


 warum es so lange dauert  bis hier die ganzen Kurzgeschichten erscheinen die auf Papier auf Halde liegen.


wenn man vom Warten einen Bart bekommt ist man tendenziell eher männlich

Dienstag, 18. August 2015

Smombie

an diesem Tag war etwas anders
zuerst fiel ihm nichts auf
er verließ die Wohnung wie gehabt
ging in die Tiefgarage zu seinem Auto
und fuhr los zur Arbeit
erst nach wenigen Minuten an einer roten Ampel bemerkte er,
dass er noch keinen Menschen gesehen hatte
und kein Auto ihm entgegen gekommen war.
Die Strassen waren leergefegt.
Er kontrollierte die Uhrzeit im Wagen und auf dem Mobiltelefon.
Dann suchte er noch mal die Strassen ab.
Nichts und niemand zu sehen.
Keine Spur von Leben in der großen Stadt.
Er kontrollierte nochmal Uhrzeit und Datum,
wäre ja blöd wenn jetzt Sonntag wäre
und er einfach 3 Tage durchgeschlafen hatte.
Nein. es war Freitag.
Fast Wochenende lächelte er.
Aber wenn nicht bald irgendjemand erschien
oder irgendein Fahrzeug, ein Hund, eine Katze, ein Fahrradfahrer
zu sehen wäre, dann ...
was denn ?
was sollte er machen wenn er wirklich der einzig lebende Mensch wäre ?
Und was war mit den anderen passiert ?
er nahm sich noch einmal sein Mobiltelefon und begann
bei A seine Kontakte anzurufen.
Keiner ging ran.
Ein Riesenkrach.
Ein Unfall.
Er war einem anderen Auto hinten drauf gefahren,
weil er abgelenkt war.
"Smombie"
dachte er lächelnd.
Dann stieg er aus um nachzusehen
ob jemand in dem anderen Wagen war.
Das war das letzte was man von ihm gesehen hat.
Wenn jemand dagewesen wäre
der etwas hätte sehen können.

langsam aus dem Blickfeld verschwinden

Donnerstag, 18. Juni 2015

bedrohlich und Tief

Short Story 

wie tief ist tief ?

H.C. grübelte :

Wenn ich unten bin
dann richtig.
Dann bin ich so weit unten,
dass die, die oben sind
mich nicht mehr sehen können.
Aber die sehen mich auch oft nicht
wenn ich oben bin.
Auf Augenhöhe mit den Normalen
aber unbeobachtet.
Das geht so lange bis man sich damit wohlfühlt
unbeobachtet zu sein.
So ziehe ich leise meine Kreise.
Ein Phantom das manchmal auf Augenhöhe neben Dir gleitet.
Bedrohlich nah.
Den Schweissgeruch versprühend und doch nahezu unsichtbar.
Die perfekte Tarnung : Unauffällig sein.
Die einen können es, andere nicht.

H.C. suchte und fand Verbündete.
Die Stadt war in Gefahr.
Doch noch wusste sie nichts davon.
Unauffällig näherte sich die Truppe.
Niemand bemerkte etwas.
Erst als es zu spät war,
wurden einige Haustiere unruhig.










Freitag, 4. April 2014

der IQ-Test

H.C. blickte gedankenverloren zu Boden.
Dieser verfluchte Test.
Hatte er alles falsch gemacht ?
Es gab immer wieder welche die versuchten
bei diesem Test besonders schlecht abzuschneiden.
Und es gab Idioten die selbst nach dem
Zufallsprinzip respektable Ergebnisse erzielen konnten.
Fest stand : er hatte eine Frage nach der anderen
beantwortet. Hatte seine Kreuzchen gemacht
und jetzt musste er in diese Besprechung.
Warum er ?
Die Mathefragen waren ein Klacks.
Etwas knifflig aber definitiv lösbar.
Die Fragen mit den Formen und Figuren genauso.
Aber die Textfragen...
Die hatte er nicht so beantwortet
wie er sie für richtig hielt,
sondern so wie er dachte,
das der Fragesteller die Antwort vorgesehen hatte.
Hah.
"was passt nicht in die Reihe ?
A Tomate B Apfel C Birne D Erdbeere ?"
 Hah.
Alle vier schmecken.
Alle vier sind Pflanzen.
Drei von vieren könnten rot werden.
Drei von vieren schmecken süss.
Zwei sind eher rund.
Eine wächst am Boden.
Eine gilt als Gemüse.
Was wollten diese Idioten von Ihm ?
Mit Beantwortung dieser Frage hätte er die
komplette Prüfzeit verbringen  können.
Er kannte seine Antwort nicht.
Aber kannte er die gewünschte Antwort ?
Sie würden ihm wahrscheinlich weitere Fragen stellen.
Keine mit A,B,C,D.
Seine Antworten passten nicht in Ihr System.
Er war aus dem Raster gefallen,
deswegen war er aufgefallen.
Hätte er doch bloß nach dem Zufallsprinzip
angekreuzt, das würde ihm jetzt die
nächste peinliche Fragerunde ersparen.
Was passt nicht in die Reihe ?
A Stuhl B Tisch C Tür D Regal
Alle können aus Holz sein
Alle können aus Metall sein
Alle können aus Holz UND Metall bestehen
Alle sind im Haus zu finden
Alle macht der Schreiner
oder gibt es bei IKEA 
Einer ist zum sitzen
Auf zweien kann man sitzen
Drei gelten als Möbel
bei Dreien könnte man sagen sie sind überwiegend rechteckig
Bei einer Saloonschlägerei gehen alle 4 zu Bruch.
Was zum Teufel wollten diese Idioten von ihm ?
H.C. blickte zu Boden.
Er hatte wahrscheinlich alles falsch gemacht
und alles richtig angekreuzt.
Dann öffnet sich die Tür.

Es lebe die Vielfalt der Antwortmöglichkeiten

Mittwoch, 17. April 2013

Russisches Roulette


die Schweissperle hatte sich vom Haaransatz gelöst
 und begann die Weg über die Stirn hin zu den Augen.
Angstschweiß.
Kalter Angstschweiß.
Optisch wie eine Träne, aber von der gefühlten  Konsistenz wie Kirsch-Joghurt.
 klebrig und zäh.
"es ist wie russisches Roulette"dachte er.
Gerne würde er es auch sagen.
Aber er wusste ja nicht wirklich, wie das ist,
eine echte Pistole mit einer echten Kugel in der Trommel
an der Schläfe zu halten.
Was geht einem da durch den Kopf ?
Kurz bevor die Möglichkeit besteht eine Kugel
die Antwort sein zu lassen.
"es ist nicht wie russsiches Roulette,
aber es fühlt sich so an ....
... wie ich denke, dass es sich anfühlen würde"
Aber er war kein britischer Geheimagent oder
ein Gangster oder so einer von den Typen,
bei denen man dauernd vermutet sie würden
das jede Woche machen.
Russisches Roulette spielen.
 Nein.
Er war ein ganz normaler Typ.
Wenn er den letzten Satz lesen könnte,
würde das "war" ihn tierisch nervös machen.
noch nervöser
noch mehr Angstschweiß.
Fugu !
Niemals mehr würde er mit einem Sushi-Koch um die Wette saufen
und sich direkt anschließend
- er hatte gewonnen-
von ihm bekochen lassen.

die Wahrnehmung verzerrt  das Bild



Freitag, 1. März 2013

Jeff


Jeff heißt eigentlich Joachim.
Aber Joachim ist  ein Träumer.

Jeff

  Er träumte vom Meer,
war aber noch nie aus Duisburg rausgekommen.
In den ganzen 27 Jahren nicht.
Er träumte vom Strand.
Der war weit entfernt.
wie die meisten Träume.
Aber so ist das Leben, dachte er sich
mit 27 in Duisburg ohne echte Chance.
Er träumte von Urlaub.
Aber Urlaub kostet Geld
und man verdient eher schlecht als
"Beifahrer" in einem Speditionunternehmen
aber ohne Ausbildung ist selbst so einen Job
schwer zu bekommen. 
Er träumte vom surfen.
Er hatte sich die wilden strubbelig gelockten Haare wachsen lasssen, damit er auf den ersten Blick als "Surfer Typ" erkannt wurde.Deswegen sollte man ihn auch Jeff nennen. Das klang wesentlich cooler und passender.
Er träumte von der Liebe.
Als Surfer-Typ sollten die Chancen eigentlich nicht schlecht stehen, aber irgendwas hielt die Frauen davon ab ihn in Scharen zu umgarnen.
Er träumte von Freiheit.
Einfach immer das tun worauf man gerade Lust.
Nicht immer irgendjemanden fragen müssen.
Die Mutter oder den Chef
oder den bescheuerten Fahrer.
Dieser Idiot gab ihm Befehle.
Nicht zu fassen.
Nur weil er einen LKW Führerschein hat.
Er träumte vom Spass.
Man muss schon das neblige graue Morgenwetter im Pott mögen um hier morgens gut gelaunt zu sein.
Er träumte von einem anderen Leben.

Und nun steht er dort.
In der Uniform des Speditionsunternehmens 
an der oberen Ende der Aufahrt.
mit 27
in Duisburg
ein Rollbrett unterm Arm.
Ein großes rechteckiges Rollbrett
zum Transport schwerer Möbel gedacht
eigentlich
aber auch prima als Skateboard zu verwenden
Er träumte von großen Wellen.
und warf das Brett auf die abschüssige Strasse
und sprang drauf.
Das Adrenalin übernahm die Kontrolle
im Körper
sonst war nichts unter Kontrrolle
 als er den Hang hinunterschoss.
 Er träumte von Riesenwellen.
Wie kann man das Ding bremsen ?
Er träumte von der Surfweltmeisterschaft.
Der LKW der seinen Weg kreuzte
träumte nicht.
Er machte nur seine Arbeit
und war zur falschen Zeit am
falschen Ort.
Wellen üben eine riesige Faszination aus


Mittwoch, 22. August 2012

Dieser Geruch ...

 Gruselgeschichte : N i c h t  VOR dem Schlafen lesen.
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Seit einigen Tagen liegt dieser komische Geruch über der Stadt. Es riecht ein bißchen nach nasser Kleidung in Schwüler Hitze vor dem Gewitter dazu ein Hauch von frischer Farbe und heißem Teer. Eine Spur bittere Südfrüchte und Asiatische Küche am Morgen. Na so ähnlich halt.
Und überall wo man hinkommt riecht es früher oder später -manchmal nur für einen Moment- danach.
Komisch ? Ja. ein bißchen.
Richtig seltsam wird die Sache mir erst als ich andere Menschen darauf anspreche.
Egal, wen ich darauf angesprochen  habe, wenn ich gerade den Geruch in der Nase hatte, ich bekam immer die gleiche Anwort:
"Ja. Das habe ich gestern auch gerochen."
Jeder hat den Geruch schon gerochen.
Zeitpunkt : Gestern.
Die Menschen vom Montag haben es am Sonntag schon gerochen.
Und die vom Dienstag am Montag
und heute konnte mir jeder  erklären er habe den Geruch am Dienstag (also gestern) gerochen.
Egal wo ich hinkomme, ich bin der einzige der den Geruch jetzt gerade und vor allen Dingen HEUTE riecht.
Alle anderen haben es nur einmal gerochen.
Ich schaue zum Himmel. Liegt dort die Antwort ?
Warum sind so wenige Menschen auf der Strasse zu sehen ?
Die Urlaubszeit ist vorbei und das Fernsehprogramm ist auch nicht spontan besser geworden.
Wieso bin ich der einzige der den Geruch mehr als einmal gerochen hat ?
Sicherheitshalber lasse ich verschiedene Menschen an mir riechen.
Von mir kommt der Geruch nicht.
Aber woher dann ?
Und warum rieche ich diesen Geruch jetzt schon wieder ?
Liegt es daran, daß ich seit Samstag schon täglich eine Aspirin nehme um den, durch Sonne bedingten Kopfschmerz vorzubeugen ?  Hat Aspirin Wirkung auf das Riechorgan ?
Ich gehe zur Apotheke, zücke meine Kundenkarte und kaufe die Aspirinvorräte auf.
Sicher ist sicher. 
Ich gehe noch mal durch die Supermärkte und kontrolliere ob mehr Alkohol oder rohes Fleisch konsumiert wird, da mache ich eine weitere böse Entdeckung im Haushaltswarenregal.
Ich traue es mich nicht zu sagen,
es würde Euch den Schlaf rauben.


Montag, 18. Juni 2012

ohne Worte (347)


Welch schöner Moment der Stille.
Ihre Augen sahen ihn an.
Er sah in Ihre Augen.

Ihre Augen sagten :
es ist ok !
Du brauchst nicht sagen.
es ist wirklich ok.
ich hab Dich verstanden.

Er nickte dankbar.
Ein sanftes Lächeln wurde
daraufhin mit einem
glücklichen Strahlen beantwortet.

Dieser Moment hätte ewig dauern dürfen

Samstag, 16. Juni 2012

Spontis raus


"Was uns nicht umbringt macht uns härter"


H.C. lachte bitter. Er mochte keine Sprüche.


Er mochte keine Kneipen, aber die schier unendliche Auswahl an hochprozentigen Getränken, lockte ihn immer wieder an. Die Bardame hatte einige Sprüche auf Lager.
Ihr Motto war wahrscheinlich "Je tiefer der Ausschnitt, desto höher das Trinkgeld." 
Schon wieder ein Spruch.
Verdammte Sprüche. Opium fürs Volk. 


Gute Güte, je länger er ihr in den Ausschnitt sah, 
desto mehr kam er sich wie in einem Saloon vor.
Lag es an den Zeitreise-Titten oder doch nur ein Gedanke an verschlissene Cowboy-Sattel.  Er fühlte sich als ob er in "Rauchende Colts" mitspielen würde und war versucht auf den Boden zu spucken als  sie den nächsten Spruch anbrachte. "Nachts ist es kälter als draussen"
  Neuer Alkohol musste her. Schnell.
Und mehr als vorher. 
Er bestellte etwas härteres.
Die Quittung kam sofort. 
"Nur die Harten kommen in den Garten". 
Er schüttelte sich und sagte: 
"gib mir direkt zwei" .
Sie :"das kann ja lustig werden" 
Er : "das hätte ich auch gesagt, wenn es lustig wäre"
Sie schwieg und wackelte noch ein wenig fürs Trinkgeld, dann trollte sie sich zu den Gästen, die gegen ihre Sprüche imun waren. 
Nur ab und an schaffte es noch ein Spruch durch die Rauchschwaden der Theke an H.C.´s Ohr.
Der Satz "was uns nicht umbringt, macht uns nur härter"
ließ ihn doch innerlich erschauern, denn er hatte aus eigener Erfahrung erkannt,
daß mehr Wahrheit in diesem Spruch steckte als ihm lieb war. 
Verdammt nochmal. Sollte er etwa zugeben, daß Sprüche doch.....
Nein. 
Dieser Spruch war die Ausnahme. 
Der Getränkenachschub funktionierte mittlerweile auch ohne Worte. 


Schweigen kann tödlich sein.
Kann !
Aber was einen nicht umbringt ...


_




(c) Dr.Brot 


Realität ist ein Zustand der durch Mangel an Alkohol entsteht




___________


Komisch - eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben,
aber die Geschichte hat das Schreiben nicht überlebt. 


Demnächst mehr zum Thema

Samstag, 2. Juni 2012

Männer beim Friseur

An einem verfluchten Samstag 

Samstag ist ein schlechter Tag für einen Mann zum Friseur zu gehen.
Der Laden ist meistens gerammelt voll mit Frauen und somit ist der Herrensalon unterbelegt und die Wartezeiten eine Zumutung. An einem Samstag.
An einem Samstag früh aufstehen und zum Friseur zu gehen,
ist nun wirklich keine kluge Idee. Mann macht es trotzdem.
In der Woche ist Arbeit angesagt und da versteht Mann kein Spass.
Friseurbesuche sind als Kind schon die Hölle, ähnlich den Zahnarztbesuchen.
Im Laufe der Jahre ändert sich das. Beim Zahnarzt.
Die Sprechstundenhilfen beim Zahnarzt werden attraktiver,
da muss man durch das bißchen Schmerz durch.
Friseurbesuche bleiben, daß was sie sind :
Eine lästige Pflichtveranstalung.
Wie Beerdingungen, nur sind die meist lustiger.
Egal wann man beim Friseur ist, meistens muß man warten.
Die Wartezeit kann man sich mit den ausliegenden Zeitungen
(die, die im Zahnarztwartezimmer nicht mehr benötigt werden)
vertreiben. Oder man beobachtet die anderen Opfer.
In ländlichen Frisierstuben kann man oft beobachten,
wie ein Mann von seiner Frau zum Friseur gebracht wird,
bzw. wie er von seiner Frau abgeholt wird.
Man merkt es ändert sich kaum etwas beim Friseur.
Früher brachte einen die Mutter....
Die Blicke der anderen anwesenden Männer ist aber keineswegs
direkt gehässig. Selbst die Singles zeigen Mittleid.
Die anderen verheirateten Männer signalisieren Verständnis und Verbrüderung.
Manchmal denke ich, wenn ich verheiratet wäre würde mich auch meine Frau zum Friseur bringen :" Mein lieber Mann, das wird aber auch noch mal Zeit, Du bist lange genug als Hippie rumgelaufen."
Wenn man es doch nur irgendwie selber hinkriegen würde,
daß mit dem Haareschneiden.
Wenn es da im Baumarkt ein Gerät gäbe ...
würde jedenfalls den einen oder anderen suchenden Blick
der Männer im Baumarkt erklären.
An einem Samstag
An einem Samstag an dem sie nicht zum Friseur müssen.
_

(c) Dr.Brot aka webi 

   Samstags in der Nähe von Friseuren 
hier stimmt einfach  alles : Haare, Mütze, Bildausrichtung 





Montag, 19. Dezember 2011

kurz & blutig

Blicke zum Kalender
immer wieder
die Tage ziehen sich.
Die Zeit bewegt sich nicht,
denke ich und
weiß aber genau,
daß sie es doch tut.

Meine Zeit als Mensch läuft ab.
In 8 Tagen 2 Stunden und 43 Minuten
werde ich mich verwandeln.
Vermutlich in ein haariges blutrünstiges Tier.
Besorgte Mitbürger werden die Strassenseite
wechseln wenn sie mich sehen.
Mütter mit Kindern werden schnell
das Weite suchen.

Dabei ist es doch nur meine Hülle,
mein Äußeres was sich verändert.

So hoffe ich ...

noch.


Kleine (erfunde) Geschichte vom Werwolf .

 Nur die Geschichte ist erfunden .
 Werwölfe gibt es natürlich