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jeder zehnte Junge in Deutschland ist krank.
Zu wild und
zu laut.
Er testet ständig Grenzen.
Er kann in der Schule nicht
stillsitzen, ist ungeduldig, kann sich nicht konzentrieren, er wird
wütend und aggressiv.
Er stört.
Er provoziert, obwohl er es nicht will,
er fühlt sich missverstanden.
Er bekommt schlechte Noten.
Er ist
schwierig und anstrengend für Eltern und Lehrer, so schwierig, dass er
irgendwann beim Kinderarzt sitzt und die Diagnose bekommt:
ADHS, das
Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom.
Dann ist der Junge
nicht mehr schwierig,
sondern krank.
Für ein schwieriges Kind gibt es Gründe:
überforderte Eltern, eine kaputte Familie, unfähige Lehrer, zu viel
Computerspiele und zu wenig Kletterbäume.
Wenn ein schwieriges Kind für
krank erklärt wird, braucht sich niemand verantwortlich zu fühlen:
Krankheiten können genetisch veranlagt sein oder Schicksal oder beides.
Keiner kann etwas dafür.
Nicht der Junge, nicht Eltern, nicht Lehrer,
nicht Umstände.
Wer krank ist, bekommt Medizin.
Eine Pille, die gesund
macht.
Für die wilden Jungs gibt es eine Pille,
die sie still und
aufmerksam macht:
Ritalin.
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Dieser Text ist leider nicht von mir sondern der FAZ entnommen :
Ritalin gegen ADHS
Wo die wilden Kerle wohnten
von Christiane Hoffmann und Antje Schmelcher
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| von der Unmöglichkeit die Füße still zu halten |