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Montag, 14. August 2023

new normal society

 Früher 

wollte ich alles 

Hauptsache: Nicht normal sein.


Später 

dann wollten alle anders sein

und alle wurden normal

Weil anders das neue normal war

ich war normal 

und konnte mich nicht dagegen wehren.


Jetzt

wünsche ich mir jeden Tag alles wäre normal

und man könne jederzeit ganz normale Dinge tun.


es ist immer die Veränderung

die die Geschichte vorantreibt. 

Auflösung ? Veränderung ?     


Donnerstag, 12. Mai 2016

digital ist anders

"digital ist besser 
für mich"
TOCOTRONIC



digitalisieren buchstabieren

(aus der Reihe: Dinge die man früher nicht gemacht hat)


Mittwoch, 29. Juli 2015

Heul Doch !

genau,
denke ich.
Früher war es doch so auf dem Schulhof,
wenn Dir was nicht passte und dir die Argumente fehlten
und der andere Dir zwar nicht sprachlich überlegen aber
immerhin schlagfertiger (so oder so) war, brüllte der dann
so laut über den ganzen Schulhof, das man dachte jeder
würde es hören können :
Heul doch !
genau,
denke ich.
So war das früher.
Auf dem Schulhof.
Als wir das Wort Zivilisationskrankheiten gar nicht kannten,
geschweige denn buchstabieren konnten.
Früher war nicht alles besser. Nein.
Aber das hier schon:
Heul doch.
genau,
denke ich.
So könnte es klappen.
Jemand der mir sagt wann ich zu heulen habe.
So würde es aufhören. Dieses emotionale Wirr-Warr.
Diese unkontrollierbaren Ausbrüche.
Einfach auf Befehl.
und ab geht es mit dem Wasserfall.
Heul doch.
ja genau denke ich.
Mögen Kinder noch so grausam sein, vielleicht ist das
am Ende noch besser als dieses ständige Mitgefühl.
"Och erzähl doch mal wie es Dir geht und wie Du dich fühlst?"
pfff. "Ja geh doch mal vor die Tür... unter Menschen."
ähm. "Wenn ich nur zu Hause säße würde mir auch die
 Decke auf den Kopf fallen" ahh.
 Da stört mich nicht nur der Satzbau.
Heul doch.
ja
genau
denke ich,
während ich mich im Kreis drehe.
Rumheulen weil keiner mein Rumgeheule versteht.
Um Verständnis werben und die Verständnisvollen
vor den Kopf stossen. Werden die auch noch traurig.
Mist. Das wollte ich nicht. Am liebsten würde ich
jedes einzelne Wort wieder löschen.
Aber jetzt ist es gesagt.
es ist raus.
zu spät um es zu korrigieren.
Dieser ständige Teufelskreis aus dem man nicht rauskommt.
Und alles endet wie es immer geendet hat.
ja, genau.
Denke ich :
Heul doch !


wenn man nicht schwarz sieht, ist das Leben eine Variation von Grautönen


Dienstag, 6. Mai 2014

Zigg erüm

etwas früher am Ende der Zeit 


da sitzen wir 
am Ende der Zeit
und haben vergessen
wie es angefangen hat
das Gefühl von Früher.
Der Geschmack von damals.
Da liegen wir im Gras 
und trauern den Leberwerten 
 eines Teenagers hinterher.
Aber mit Trauer haben wir uns
nie lange aufgehalten. 
Wir waren die Väter 
der "Generation Spass"
Das kommt nicht wieder.
Wir suchen uns Bänke
zum sitzen und brauchen Hilfe 
beim Denken.
Nur an die Zeit 
als wir nie nachdachten
denken wir gerne zurück. 

früher war mehr Frühling

Zigg erüm
oder
Zick eröm 
ist der bekannte Ruf aus dem Lied "Drink noch ene mit" von den Bläck Fööss

affrocke

Samstag, 23. Februar 2013

es ist alles da


 Du reist durch die Zeit zurück
und besuchst Deine Eltern

Es ist alles noch da.

Das Gefühl, der Geruch, der Keramik-Frosch,
die knarzende Treppe zum Kinderzimmer

Alles ist noch da.
Wie früher.

Die gleichen Rituale, die gleichen Themen,
alles so schön geregelt und portioniert.

Die Frage nach dem Tee bringt Unordnung
in den sonst so geordneten Ablauf
des Höflichkeitsbesuches.
"Welchen Tee möchtest Du ?"
"ähm"
"Früchte, Hagebutte, Kamille, Pfefferminz"
"ähm"
"es ist alles da"

Man kann nicht erwarten, daß sich alle Menschen
an die rasende Entwicklung auf dem Teemarkt anpassen.
zu viel Veränderung.
 Ständig neue Sorten Kräutertee.
Wer sich nicht mehr ändern kann wird alt,
denkst Du und wünschst Dir noch mehr
 neue Sorten im Kräuterteeregal. 

Es ist alles da.
Ja.    Wie immer.    Wie früher.
Sie denken es wäre alles da.
Alles was Du brauchst
ist da
denken sie.
Es ist aber nicht alles da,
jetzt nicht
und auch früher nicht.
Deswegen bis Du mit 18 ausgezogen
in eine weit entfernte große Stadt.

Dort war alles.
Immer.

Menschen entwickeln sich weiter
verbreitern ihr Teeregal

Alles ist da. 

Menschen die sich räumlich getrennt
voneinander entwickeln
entwickeln sich oft unterschiedlich
aber es ist nicht nur die räumliche Trennung
die Dir ein neues Gefühl mitgibt.
...
Es ist immer noch da.

Und nun stehst Du dort
und überlegst
über Teesorten
über das Gefühl, daß keinen Namen hat.
Keine Wut, keine Trauer,  kein Hass,
Keine Verachtung, Kein Unwohlsein
Eher eine Spur
 Verwunderung wegen der Veränderung
mit viel Verunsicherung wegen der Verwunderung

Ein Gefühl,
das da ist
wenn Du kommst
und das wiederkommt 
 wenn Du gehst.

Es ist da.


(Eine fiktive  Geschichte über den Besuch bei den Eltern)