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Dienstag, 20. August 2019

hoppers unbekannte Geschichte_version 190819


Da sitzen wir nun, wie wir immer sitzen und schweigend beobachten. Was soll man auch groß  reden unter Männern wenn das Glas noch nicht leer ist. Es ist dunkel, es ist laut, vom DJ keine Spur. Die Tanzfläche erstickt im Nebel. Sonst nix. Nur Nebel.  Und Schweigen. Nebel der gegen die Dunkelheit ankämpft und Schweigen das die Musik übertönt. Auf der Couch neben der Theke macht sich ein Typ über eine Frau her. Hemmungslos, pausenlos. Am anderen Ende der Theke redet ein anderer immer weiter. Er hat keinen Ansprechpartner. Spricht mit den halbleeren Flaschen vor dem obligatorischen  Spiegel. Redet er mit sich selber und erkennt sich nicht? Spricht der Alkohol mit ihm? Er redet aber weiter, so scheint er nicht zu bemerken, daß sein Spiegelbild nicht zuhört. So lange noch Bier im Glas ist, kann die Bedienung bleiben wo sie ist. Keine Ahnung manchmal schaut sie nach, dann ist sie wieder weg. Der Typ auf der Couch hat keine Hose mehr an. Die Hose ist weg. Die Frau aber auch. Die hemmungslosen Bewegungen sind aber die gleichen wie vorher. Gedankennotiz an mich selbst: In dunklen Clubs zukünftig die Couch meiden. Wahrscheinlich wird der Gedanke die Nacht nicht überleben. Der Typ der redet verlässt den Raum. An seinem Hinterkopf befindet sich ein Feuerball. Ich beende kurz das Schweigen. „ der Typ brennt.“ Eine simple Feststellung die zuerst nichts weiter auslöst. Dann erwacht der DJ. Er trägt ein T-Shirt das auch das Gesicht verdeckt und ihm etwas Entenartiges gibt, denn da wo ich den Mund vermute bewegt sich etwas schnabelartiges. Und los geht’s mit dem Gelaber. Man -echt – ich liebe den Laden- Ehrlich- Mann – was hier abgeht- jede Nacht- geil- ich liebe den Laden-  ich liebe die Nacht – ich liebe die Musik, das Leben und den Rest- Bääm- und wenn das auch komisch klingt mag ich den Moment wenn die Musik aufhört und das Licht angeht. – Bääm- Wie das Eintauchen in eine andere Welt. –Bääm- Hell und leise.- Verstehst Du? Na? Und bei Dir so? 

Donnerstag, 18. Juni 2015

Rückblicke (2)

in der Rubrick "Rückblicke" gibt es weder eine chronologische
 noch irgendeine andere nachvollziebare Reihefolge.
(Heißt ja auch noch "Rückblicke" und nicht "Chronologie eines verkorksten Lebens")


Liebeslied oder Perlen vor die Säue

ich war ja mal als DJ tätig. Richtung Alternative Rock, Indi Pop, Punk, Wave, Hip Hop, X-over und Co. Die DJ-Reihe "Alternative ways" war einigermaßen beliebt. Zumindest kamen die meisten Gäste öfters. Dann ging es auf Karneval zu und der Chef und ich hatten ausgeheckt, dass ich nach dem großen Rosensonntagszug noch Musik in diesem kleinem Rockschuppen auflegen sollte.
Nicht nur durch meine Kölner Wahlheimat, nein schon von Kindesbeinen war ich Karnevalsinfiziert.
Und ich wollte Karnevalsmusikauflegen. (im Gegensatz zu allen anderen wollte ich nur GUTE Karnevalsmusik auflegen. Das passte natürlich überhaupt nicht zu dem Klientel, das der kleine Rockschuppen sonst angesprochen hatte. Daher war der Plan mit meinem Namen keine Werbung zu machen in die Tat umgesetzt worden.
Trotzdem kamen nach dem legendären Karnevalszumzug natürlich nur die Freunde Rockiger Klänge in den kleinen Rockschuppen. Und die hatten -oh Wunder- keinen Bock mehr auf zusätzliche Karnevalsmusik. Aber ich war DJ mit Plan. Und auf dem Plan stand Karneval. Und so begannen verschiedene Menschen mich von meinem Plan "Karnevalsmusik" abzubringen.
Keine Chance.
Alle Versuche schmetterte ich ab, war ja schliesslich Karneval und ich im Rausch der kölschen Klänge. Dann kam einer meiner vielen Namensvettern und erzählte mir die rührige Geschichte wie er seine Frau das erste mal küsste und welches Lied damals lief.... und ob ich jetzt da er und seine Frau mal ausnahmsweise "aus gegangen" waren nicht doch dieses eine Lied spielen könne.
Mit Tränen in den Augen und Bier an der Pappnase schnappte ich mir zum ersten Mal in meiner Karriere das Mikrophon  und sagte :
"Das nächste Lied ist ein ganz besonderer Wunsch
und ich glaube es ist ein ... Liebeslied"
Ich ließ Rauch aufsteigen.
Dann erklangen die Glocken.
 (Gänsehaut)
Die Glocken von "Hells Bells" von AC/DC.
Der Rest des Abends war anscheinend noch ganz lustig.
Auch wenn kaum einer der Gäste überhaupt mitbekommen hat
welch genialen Wortspiele in meinen nun nicht mehr enden wollenden
Anmoderationen mir so großes Vergnügen bereiteten.
Für das nächste Jahr Karneval wollte ich mir den Künstlernamen
"Perlen für die Säue" zulegen.
Irgendwie ist das aber in Vergessenheit geraten.

ein Stück Rockgeschichte geschrieben



Mittwoch, 6. August 2014

finest wedding noise

Nie wieder,  sagte ich einmal
Sag niemals nie, sagte dann wer anders
NöNö dachte ich dann um die Diskussion gar nicht erst beginnen zu lassen.

Jetzt ist alles anders
Die Nervosität ist wieder da.
Das Kribbeln auch.
Aufgeregte Vorfreude.
Ich verpacke den Doppel-DJ-CD-Player und das Mischpult.
Ich wickele Kabel und säubere die Sachen.
Ich suche CD´s und sitze ewig vor dem Computer
wegen dieser Dinger die sich MP3 nennen.

Dann muss mein Koffer dran glauben

Vielleicht nur für einen Abend
...
dressed for the moment