Eine Geschichte vom Gehen und Bleiben
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"Da stehst du nun", sagte der
Landstreicher zum Baum. "Bist zwar groß und stark, aber was hast du
schon vom Leben ? Kommst nirgendwo hin. Du kennst den Fluss nicht und
nicht die Dörfer hinter dem Berg. Immer an der selben Stelle - du kannst
einem leid tun."
"Da gehst du nun", sagte der Baum. "Immer bist du
unterwegs. Hast keinen Platz, an den du gehörst - du kannst einem leid
tun."
Der Landstreicher blieb stehen. "Hast du das wirklich gesagt ?",
fragte er und schaute zum Baum empor. "Wer sonst ?", sagte der Baum.
"Siehst du hier jemanden außer mir ?" "Nee", sagte der Landstreicher.
"Meinst du wirklich, was du sagst ? Ich geh in die Welt Tag für Tag. Ich
kenne die Menschen und die Häuser mit den reetgedeckten Dächern..." "Zu
mir kommt die Welt", sagte der Baum. "Der Wind und der Regen, die
Eichhörnchen und die Vögel. Und in der Nacht setzt sich der Mond auf
meine Zweige."
"Jaja", sagte der Landstreicher. "Aber das Gefühl zu gehen - Schritt
für Schritt - das kennst du nicht." "Mag schon sein", sagte der Baum.
"Aber das Gefühl zu bleiben - Tag für Tag - das kennst du nicht."
"Bleiben...", sagte der Landstreicher nachdenklich, "zu Hause sein - ach
ja..." Und der Baum seufzte: "Gehen... unterwegs sein können - ach
ja..." "Wurzeln haben", sagte der Landstreicher, "das muss ein tolles
Gefühl sein". "Ja", sagte der Baum, "ganz ruhig und fest ist es. Und...
wie lebt es sich mit Füßen ?" "Leicht", sagte der Landstreicher,
"flüchtig und schnell".
"Wenn wir tauschen könnten", sagte der Baum, "für eine Weile..."
"Ja", sagte der Landstreicher, "das wäre schön". "Lass uns Freunde
sein", sagte der Baum. Der Landstreicher nickte. "Ich werde wiederkommen
und dir vom Gehen erzählen." "Und ich", sagte der Baum, "erzähle dir
dann wieder etwas vom Bleiben."
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Text von von Elisabeth Hansen
bzw.
eine Geschichte von Gina Ruck-Pauquet
bzw.
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es gibt im Internet weitere Personen die behaupten die Geschichte wäre von Ihnen.
Leider kann ich nicht recherchieren vom wem die Geschichte wirklich ist.
Von mir ist sie -leider - nicht.
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| ein Baum am Wegesrand |